Das ist eine Sandsteinwand.

Meist plätschert Wasser in kleinen Mengen über die ganze Sandsteinwand. Moos fühlt sich hier wohl und Kalk legt sich Schicht für Schicht dazu. Nur links, da hat sich der Sandstein mysteriös dunkelblau verfärbt. Ob der wohl Tinte geschluckt hat? Die Wand ist auf jeden Fall ein echter Hingucker: mit den Jahreszeiten wechselt sie ständig ihr Erscheinen. Der abgebildete Ausschnitt erkenne ich mittlerweile selber nicht mehr.

Das ist ein Vorhang.

Er hat eine grosse Fläche und ist aus einem Material gefertigt, das Licht nicht einfach hinnimmt, sondern es zurückwirft. Unter den diversen Lampen beginnt er zu spielen. Und so trägt er jetzt ein schimmerndes Kleid in zartem Gelb, als wolle er den Raum damit aufheitern. Und die Delle im Stoff? Natürlich handgemacht als dezenter Hinweis, dass Regelmässigkeit ziemlich langweilig wäre.

Das ist ein grosses und schweres Kunstwerk.

Sehr schwer an Gewicht, aber leicht im Auftritt. An feinen Fäden baumeln tausende Metallstäbe. Sie formen sich zu einer Kugel von mehr als einem Meter Durchmesser. Sie wirkt wie ein Schwebeobjekt zwischen Technik, Kunst und Wunder. Die Kugel ist oben fest mit einem stabilen Stahlgerüst verankert. Und wenn der Wind auf Besuch kommt, komponiert die Kugel ein mystisches Klangbild, das auch dich faszinieren würde.

Das ist ein verschmiertes Fenster bei einem Stall.

Was du siehst, ist ein Ausschnitt und entzieht sich rascher Erklärungen. Ein kleiner Wurm vielleicht, der kleine Botschaften für neugierige Augen sendet? Oder ein kleines Monster, der deine Fantasie grösser macht als seine ganze Länge? Oder einfach ein Finger, der sich in der verdreckten Scheibe künstlerisch betätigen wollte?

Das ist eine Glastrennwand bei einer Bushaltestelle.

Sie ist eingesprüht worden und schwupps, schon tanzen bunte Farbtupfer. Zwei weisse Flecken stechen ins Auge. Ob das Farbe ist oder nur das Licht durchschimmert? Der bräunliche Balken steht unbeirrt dazwischen. Er lässt sich vom Farbtrudel nicht beeindrucken und gibt keine Erklärungen. Vielleicht will er auch einfach nur sagen, dass Hingucken ausreicht.

Das ist ein Herrenkittel in einem Schaufenster.

Na klar, ist doch schnell erkennbar. Strassenlampen spiegeln sich im Schaufenster und der Fotograf hält frech seine Hände ins Bild. Ein gelblicher, schwer zu erklärender Halbkreis hängt darüber. Und dann sind noch die weissen Linien. Sie sind eigentlich kleine Kügelchen und verleihen der Szene ein winterlicher Zauber. Doch irgendwie wirkt der Kittel für die Jahreszeit unpassend.